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Herren-Make-up – gepflegt, natürlich & nahezu unsichtbar

  • Autorenbild: beautyacademy
    beautyacademy
  • vor 3 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit
Infografik zu Herren-Make-up mit Männerporträt, rosa-beiger Gestaltung und Texten wie KAPITEL 17, natürlich & unsichtbar.





Professionelles Herren-Make-up soll in den meisten Fällen nicht nach Make-up aussehen. Es soll den Teint ausgleichen, Müdigkeit reduzieren, störenden Glanz kontrollieren und die natürlichen Gesichtszüge unterstützen – ohne die individuelle Ausstrahlung zu überdecken.


Das Herren-Make-up ist ausdrücklich Bestandteil unserer ausführlichen Visagistik-Ausbildung und wird dort innerhalb des Beauty Make-ups neben Tages-, Abend-, Foto-, Braut-, Senioren-, Brillen-, Teenie- und Phantasie-Make-up geführt.


Für die praktische Umsetzung greifen wir auf die bereits erarbeiteten Grundlagen unserer Ausbildung zurück: Vorbehandlung, Farbenlehre, Abdecken und Highlighten, Puderauftrag, Augenbrauen- und Augen-Make-up, Contouring, Camouflage, Gesichtsformen und Gesichtsvermessung gehören ebenfalls zum Ausbildungsinhalt.


Beim Herren-Make-up werden diese Techniken jedoch besonders zurückhaltend eingesetzt.

Das wichtigste Prinzip: Man soll das gepflegte Ergebnis wahrnehmen – nicht die verwendeten Produkte.

1. Was soll Herren-Make-up erreichen?

Herren-Make-up verfolgt häufig ein anderes optisches Ziel als ein klassisches dekoratives Make-up.


Im Vordergrund stehen meist:

  • ein gleichmäßiger Teint,

  • ein frischer und wacher Gesichtsausdruck,

  • die Reduzierung sichtbarer Rötungen und Unregelmäßigkeiten,

  • die Korrektur von Augenringen,

  • die Kontrolle von Glanz,

  • gepflegte Augenbrauen,

  • eine dezente Definition der Gesichtszüge und

  • ein insgesamt natürliches Erscheinungsbild.


Dabei geht es nicht darum, bestimmte Gesichtszüge grundsätzlich „männlicher“ erscheinen zu lassen. Gesichtsform, Stil, Persönlichkeit und gewünschte Wirkung sind individuell.

Ein Herren-Make-up kann daher nahezu unsichtbar sein – oder bei Foto, Bühne, Mode oder einem persönlichen Wunsch deutlich stärker gestaltet werden.


2. Beratung und Analyse kommen zuerst

Bevor das erste Produkt aufgetragen wird, sollte geklärt werden, welches Ergebnis überhaupt gewünscht ist.

Nicht jeder Mann hat Erfahrung mit Make-up. Deshalb ist eine kurze und verständliche Beratung besonders hilfreich.


Wir klären:

Was ist der Anlass?

Alltag, Business, Hochzeit, Veranstaltung, Foto, Video oder Bühne?

Was soll korrigiert werden?


Zum Beispiel:

  • Augenringe,

  • Rötungen,

  • Hautunreinheiten,

  • Pigmentunregelmäßigkeiten,

  • Glanz,

  • Bartschatten.


Wie natürlich soll das Ergebnis sein?

Gerade beim Herren-Make-up kann der Wunsch ausdrücklich lauten:

„Man soll überhaupt nicht sehen, dass ich geschminkt bin.“

Dann bestimmt dieser Wunsch sämtliche weiteren Schritte.


3. Hautanalyse – nicht automatisch von „Männerhaut“ ausgehen

Auch beim Herren-Make-up beginnt professionelles Arbeiten mit der individuellen Hautanalyse.


Wir betrachten:

  • Hautbild,

  • Feuchtigkeitszustand,

  • Fettglanz,

  • trockene Bereiche,

  • Poren,

  • Rötungen,

  • Unreinheiten,

  • Pigmentierungen,

  • empfindliche Bereiche,

  • Bart und Rasurzone.


Die Pflege und Grundierung werden anschließend an die tatsächliche Haut angepasst.

Das ist wichtig, denn nicht das Geschlecht entscheidet über die benötigte Pflege – sondern der aktuelle Zustand der Haut.

Merksatz

Erst die Haut beurteilen, dann das Produkt auswählen.


4. Rasur und Bartbereich

Der Bartbereich verdient beim Herren-Make-up besondere Aufmerksamkeit.

Bei glattrasierten Männern kann die Haut nach der Rasur:


  • gerötet,

  • empfindlich,

  • trocken oder

  • gereizt

sein.


Deshalb sollte möglichst sanft gearbeitet werden.

Eine unmittelbar zuvor stark beanspruchte Haut benötigt nicht automatisch mehr Produkt. Im Gegenteil: Zu viele Schichten können Unebenheiten zusätzlich hervorheben.


Bei Bart

Foundation sollte nicht unkontrolliert in den Bart eingearbeitet werden.

Produktreste in Barthaaren können schnell sichtbar werden und das natürliche Ergebnis zerstören.


Deshalb:

Produkt nur dort einsetzen, wo es tatsächlich benötigt wird.

An Bartansätzen besonders sorgfältig verblenden.


5. Die richtige Hautvorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist auch beim Herren-Make-up die Grundlage für einen natürlichen Teint.

Unsere Ausbildungsinhalte sehen die Vorbehandlung ausdrücklich als Bestandteil der Visagistik vor.

Die Haut wird zunächst gereinigt und anschließend passend zum Hautbild gepflegt.

Ziel ist eine Hautoberfläche, auf der sich die folgenden Produkte möglichst dünn und gleichmäßig verteilen lassen.


Wichtig

Die Pflege sollte ausreichend Zeit zum Einziehen bekommen.

Zu viel Pflege unmittelbar vor dem Make-up kann dazu führen, dass Foundation oder Concealer schlechter haften.


6. Foundation – so wenig wie möglich

Beim natürlichen Herren-Make-up ist Foundation kein Produkt, mit dem das gesamte Gesicht automatisch stark abgedeckt werden muss.

Vielmehr geht es darum, den Teint dort auszugleichen, wo es notwendig ist.


Unsere bisherigen Ausbildungsprinzipien bleiben bestehen:

Der Farbton muss zur Haut passen.

Die Foundation sollte weder sichtbar heller noch dunkler als der natürliche Teint erscheinen.


Besonders wichtig

Übergänge sorgfältig verblenden:

  • zum Hals,

  • zum Haaransatz,

  • zu den Ohren,

  • zum Bartansatz.


Gerade beim nahezu unsichtbaren Herren-Make-up verrät ein sichtbarer Übergang sofort, dass ein Produkt verwendet wurde.


7. Dünne Schichten statt hoher Deckkraft

Ein häufiger Fehler ist der Versuch, jede kleine Unregelmäßigkeit bereits mit Foundation vollständig abzudecken.

Das führt schnell zu einem maskenhaften Ergebnis.


Besser ist:

dünne Grundierung + gezielte Korrektur.

Die Foundation schafft zunächst eine harmonische Basis.

Erst anschließend werden einzelne Bereiche korrigiert.


Praxis-Tipp

Beginne mit sehr wenig Produkt.

Mehr kann jederzeit ergänzt werden.

Ein bereits zu stark aufgebauter Teint lässt sich wesentlich schwieriger wieder natürlich gestalten.


8. Concealer – punktuell statt flächig

Concealer ist beim Herren-Make-up besonders wertvoll, wenn er gezielt eingesetzt wird.


Typische Einsatzbereiche sind:

  • Augenringe,

  • kleine Rötungen,

  • einzelne Unreinheiten,

  • Pigmentunregelmäßigkeiten,

  • Schattenbereiche.


Dabei sollte nicht automatisch eine große helle Fläche unterhalb der Augen entstehen.


Das Ziel lautet:

Korrigieren, ohne die Korrektur sichtbar zu machen.


9. Augenringe natürlich korrigieren

Augenringe können das Gesicht müde erscheinen lassen.

Eine dezente Korrektur kann deshalb einen großen Unterschied machen.


Zunächst wird beurteilt:

  • Wo befindet sich tatsächlich die Verfärbung?

  • Wo liegt eine Vertiefung?

  • Welche Farbe muss ausgeglichen werden?

Dann wird nur dort korrigiert, wo es notwendig ist.


Wichtig

Der Concealer darf nicht unnötig hell sein.

Ein zu heller Bereich unter den Augen kann ebenso auffällig wirken wie der ursprüngliche Augenring.

Ziel ist Frische – nicht ein sichtbarer heller Halbkreis.


10. Rötungen und Hautunreinheiten korrigieren

Auch hier arbeiten wir punktuell.

Bei einer kleinen Rötung ist es nicht notwendig, eine ganze Gesichtshälfte stärker abzudecken.

Produkt wird präzise auf die betreffende Stelle gesetzt und anschließend sorgfältig mit der Umgebung verbunden.

Unsere Ausbildungsunterlagen führen Abdecken und Highlighten sowie Camouflage ausdrücklich als Bestandteile der Visagistik-Ausbildung.

Stärkere Korrekturtechniken sollten jedoch nur dort eingesetzt werden, wo ihre Deckkraft tatsächlich benötigt wird.


11. Bartschatten optisch ausgleichen

Ein sichtbarer Bartschatten kann trotz gründlicher Rasur vorhanden bleiben.

Je nach Haarfarbe und Haut kann dieser Bereich einen kühleren, gräulichen oder bläulichen Eindruck erzeugen.


Hier sollte nicht einfach immer mehr Foundation aufgetragen werden.

Stattdessen gilt das Prinzip der gezielten Farbkorrektur.

Eine entsprechende Gegenfarbe kann den unerwünschten Farbeindruck neutralisieren. Danach wird die eigentliche Teintkorrektur dünn darüber gearbeitet.


Wichtig

Die genaue Korrekturfarbe wird nach dem tatsächlich sichtbaren Farbton ausgewählt. Nicht jeder Bartschatten benötigt dieselbe Farbe.


12. Puder – Glanz kontrollieren, Haut erhalten

Der Puderauftrag gehört ebenfalls ausdrücklich zu den Ausbildungsinhalten unserer Visagistik.

Beim Herren-Make-up ist Puder besonders hilfreich, um störenden Glanz zu reduzieren.


Typische Bereiche sind:

  • Stirn,

  • Nase,

  • Nasenflügel,

  • Kinn.


Aber:

Matt bedeutet nicht trocken.


Zu viel Puder kann:

  • Poren hervorheben,

  • Hautstruktur betonen,

  • trocken wirken und

  • das Make-up sichtbar machen.


Deshalb nur dort pudern, wo tatsächlich Glanz kontrolliert werden soll.


13. Natürliches Finish statt „Pudergesicht“

Besonders bei Tageslicht oder hochauflösenden Fotos kann eine stark gepuderte Haut schnell unnatürlich wirken.

Deshalb sollte das Gesicht nach dem Fixieren noch wie echte Haut aussehen.

Eine leichte natürliche Hautstruktur ist kein Fehler.


Im Gegenteil:

Beim nahezu unsichtbaren Herren-Make-up unterstützt sie die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses.

Perfekter Teint bedeutet nicht strukturlose Haut – sondern harmonische Haut.

14. Augenbrauen – pflegen statt neu zeichnen

Augenbrauen haben großen Einfluss auf den Gesichtsausdruck.

Beim klassischen natürlichen Herren-Make-up werden sie jedoch meist nicht stark grafisch gestaltet.


Zunächst:

  • Brauen durchbürsten,

  • natürliche Form betrachten,

  • störende einzelne Härchen beurteilen,

  • Lücken erkennen.


Falls notwendig, können kleine Lücken dezent ergänzt werden.

Dabei sollte die natürliche Haarstruktur erhalten bleiben.


Merksatz

Die Braue soll gepflegter wirken – nicht aufgemalt.


15. Augen dezent definieren

Nicht jedes Herren-Make-up benötigt sichtbaren Lidschatten.

Für einen besonders natürlichen Look kann bereits ein ausgeglichener Teint rund um das Auge genügen.

Je nach Anlass und gewünschter Wirkung können die Augen jedoch zusätzlich dezent modelliert werden.


Möglich sind:

  • ein neutraler matter Ton,

  • sanfte Definition am Wimpernkranz,

  • leichte Modellierung der Lidfalte,

  • dezente Aufhellung müder Bereiche.

Die Übergänge müssen besonders weich sein.


16. Mascara – ja oder nein?

Mascara ist kein zwingender Bestandteil eines natürlichen Herren-Make-ups.


Sie kann aber eingesetzt werden, wenn:

  • die Augen stärker definiert werden sollen,

  • es sich um Foto- oder Kamera-Make-up handelt,

  • ein intensiverer Look gewünscht ist.


Für ein nahezu unsichtbares Ergebnis sollte sie sehr sparsam verwendet werden. Wimpern dürfen definiert wirken – sollten jedoch nicht zwangsläufig offensichtlich „getuscht“ aussehen.


17. Modellierung und Contouring

Gesichtsformen und Contouring sind ebenfalls Bestandteil unserer Ausbildung. Beim natürlichen Herren-Make-up sollte Modellierung besonders zurückhaltend erfolgen. Es geht nicht darum, künstlich neue Gesichtszüge zu zeichnen.

Vielmehr können bestehende Konturen sanft unterstützt werden.


Mögliche Bereiche sind:

  • Wangenknochen,

  • Schläfen,

  • Kieferlinie,

  • Stirn.


Grundprinzip

Hell tritt hervor – Dunkel tritt zurück.

Doch je natürlicher der gewünschte Look, desto subtiler muss dieses Prinzip umgesetzt werden.

Harte dunkle Streifen haben beim klassischen unsichtbaren Herren-Make-up nichts verloren.


18. Rouge – auch beim Herren-Make-up?

Ja – wenn es sinnvoll ist.

Rouge muss nicht automatisch sichtbar rosa wirken.

Ein sehr dezenter, zum Hauttyp passender Farbton kann einem müden oder blassen Gesicht natürliche Frische zurückgeben.


Besonders nach:

  • Foundation,

  • Concealer,

  • Farbkorrektur und

  • Puder

kann dem Gesicht etwas von seiner natürlichen Lebendigkeit fehlen.


Dann kann eine minimale Menge Rouge helfen.


Ziel

Nicht:

„Er trägt Rouge.“

Sondern:

„Er sieht frisch und gesund aus.“


19. Lippen – gepflegt statt geschminkt

Trockene Lippen fallen bei einem ansonsten gepflegten Make-up besonders auf.

Deshalb gehört auch die Lippenpflege zum Gesamtbild.


Geeignet ist beispielsweise eine dezente Pflege, die:

  • Geschmeidigkeit gibt,

  • trockene Stellen reduziert,

  • nicht unnötig stark glänzt.


Bei Bedarf kann auch eine sehr natürliche Lippenfarbe eingesetzt werden.

Das richtet sich nach dem gewünschten Look.


20. Herren-Make-up für Business und Alltag

Für Alltag und Business steht meist ein besonders unauffälliges Ergebnis im Vordergrund.


Ein möglicher Aufbau:

Haut vorbereiten → Teint punktuell ausgleichen → Augenringe korrigieren → Rötungen reduzieren → Glanz kontrollieren → Augenbrauen pflegen → Lippen pflegen.


Mehr ist häufig gar nicht notwendig.


Das Gesicht soll:

  • wach,

  • gepflegt,

  • frisch und

  • authentisch

wirken.


21. Herren-Make-up für Foto und Kamera

Vor der Kamera ändern sich die Anforderungen.


Kamera und Beleuchtung können:

  • Glanz verstärken,

  • Farbunterschiede sichtbar machen,

  • Augenringe hervorheben,

  • Gesichtskonturen flacher erscheinen lassen.


Deshalb darf das Make-up hier etwas präziser ausgearbeitet werden.


Besonders wichtig sind:

  • gleichmäßiger Teint,

  • kontrollierter Glanz,

  • saubere Übergänge,

  • gezielte Korrektur,

  • leichte Modellierung,

  • gepflegte Augenbrauen.


Das Ergebnis sollte anschließend unter dem tatsächlich verwendeten Licht kontrolliert werden.


22. Herren-Make-up für Hochzeit und besondere Anlässe

Nicht nur die Braut steht auf Hochzeitsfotos.

Auch beim Bräutigam kann ein sehr dezentes Make-up sinnvoll sein.


Dabei geht es beispielsweise um:

  • Glanzkontrolle,

  • Augenringe,

  • Rötungen,

  • Hautunreinheiten,

  • gleichmäßigen Teint.


Das Make-up sollte so gestaltet werden, dass sich der Bräutigam damit wohlfühlt und sich selbst wiedererkennt.

Gerade bei einem Menschen, der im Alltag kein Make-up trägt, ist Zurückhaltung besonders wichtig.


23. Herren-Make-up Schritt für Schritt

Schritt 1 – Beratung

Anlass, Wünsche und gewünschte Intensität klären.

Schritt 2 – Hautanalyse

Hautbild, Bartbereich, Rötungen und Korrekturbedarf beurteilen.

Schritt 3 – Haut vorbereiten

Sanft reinigen und passend pflegen.

Schritt 4 – Farbton bestimmen

Teint und Hals vergleichen.

Schritt 5 – Foundation

Sehr dünn und gleichmäßig auftragen – nur so viel wie notwendig.

Schritt 6 – Bartbereich kontrollieren

Keine sichtbaren Produktreste in Barthaaren hinterlassen.

Schritt 7 – Augenringe korrigieren

Nur die tatsächlich betroffenen Bereiche bearbeiten.

Schritt 8 – Unreinheiten und Rötungen

Punktuell korrigieren.

Schritt 9 – Bartschatten

Bei Bedarf farblich neutralisieren und anschließend dünn ausgleichen.

Schritt 10 – Fixieren

Puder sparsam auf glänzenden Bereichen einsetzen.

Schritt 11 – Augenbrauen

Bürsten, ordnen und gegebenenfalls kleine Lücken ergänzen.

Schritt 12 – Augen

Bei Bedarf sehr dezent definieren.

Schritt 13 – Modellierung

Konturen nur so weit unterstützen, wie es für den gewünschten Look sinnvoll ist.

Schritt 14 – Frische

Bei Bedarf einen Hauch Rouge einsetzen.

Schritt 15 – Lippen

Pflegen und überschüssigen Glanz gegebenenfalls abnehmen.

Schritt 16 – Gesamtbild kontrollieren

Aus der Nähe und aus etwas Entfernung beurteilen.


24. Die Minimalvariante – „ungeschminkt geschminkt“

Gerade beim Herren-Make-up ist diese Variante besonders wichtig.


Für einen sehr natürlichen Look reichen häufig wenige Produkte:


1. Pflege


2. punktuelle Teintkorrektur


3. Concealer bei Bedarf


4. etwas Puder gegen Glanz


5. gepflegte Augenbrauen


6. Lippenpflege


Fertig.

Das Entscheidende ist nicht die Anzahl der verwendeten Produkte.

Das Entscheidende ist, dass jedes verwendete Produkt einen konkreten Zweck erfüllt.


25. Häufige Fehler beim Herren-Make-up

Zu viel Foundation

Der Teint wirkt geschminkt und maskenhaft.

Besser: Dünn beginnen und nur bei Bedarf ergänzen.

Das gesamte Gesicht stark abdecken

Natürlich vorhandene Hautstruktur verschwindet.

Besser: Foundation als Basis und Concealer punktuell einsetzen.

Falscher Farbton

Der Übergang zum Hals wird sichtbar.

Besser: Farbton sorgfältig am natürlichen Teint orientieren.

Zu viel Puder

Die Haut wirkt trocken und stumpf.

Besser: Nur glänzende Bereiche gezielt mattieren.

Foundation im Bart

Helle oder beige Produktrückstände werden sichtbar.

Besser: Am Bartansatz besonders sauber arbeiten.

Bartschatten mit immer mehr Foundation abdecken

Das Ergebnis wird dick, der Farbunterschied bleibt möglicherweise trotzdem sichtbar.

Besser: Bei Bedarf gezielt mit Farbkorrektur arbeiten.

Augenbrauen zu dunkel gestalten

Der Gesichtsausdruck wirkt plötzlich hart.

Besser: Natürliche Struktur erhalten.

Starkes Contouring

Sichtbare dunkle Linien widersprechen dem natürlichen Ergebnis.

Besser: Konturen weich und subtil unterstützen.

Lippenpflege mit zu starkem Glanz

Bei einem gewünschten „No-Make-up“-Ergebnis kann das Produkt unnötig auffallen.

Besser: Überschüssiges Produkt abnehmen.

Nach einer Schablone arbeiten

Nicht jeder Mann möchte dasselbe Ergebnis.

Besser: Persönlichkeit, Anlass und individuellen Wunsch berücksichtigen.


26. Profi-Checkliste Herren-Make-up

Vor dem Abschluss kontrollieren wir:

✓ Ist die Haut passend vorbereitet?

✓ Stimmt der Farbton der Foundation?

✓ Wirkt der Teint natürlich und gleichmäßig?

✓ Sind die Übergänge zu Hals und Haaransatz unsichtbar?

✓ Ist der Bartbereich frei von Produktrückständen?

✓ Wurden Augenringe nur so stark korrigiert wie notwendig?

✓ Sind Rötungen und Unreinheiten gezielt ausgeglichen?

✓ Ist ein vorhandener Bartschatten harmonisch korrigiert?

✓ Sieht die Haut weiterhin wie Haut aus?

✓ Ist störender Glanz reduziert?

✓ Wurde nicht unnötig stark gepudert?

✓ Wirken die Augenbrauen gepflegt und natürlich?

✓ Sind die Augen – falls gewünscht – dezent definiert?

✓ Ist die Modellierung weich und unsichtbar?

✓ Bringt das Gesicht genügend natürliche Frische mit?

✓ Wirken die Lippen gepflegt?

✓ Passt die Intensität zum Anlass?

✓ Erkennt sich die Person im Ergebnis wieder?


27. Was du dir für die Praxis merken solltest


Weniger Produkt – mehr Präzision

Beim natürlichen Herren-Make-up fällt unnötiges Produkt besonders schnell auf.

Punktuell statt flächig korrigieren

Nicht jede Hautstelle benötigt dieselbe Deckkraft.

Bart und Rasurzone beachten

Diese Bereiche unterscheiden Herren-Make-up in der Praxis häufig von anderen Make-up-Situationen.

Glanz kontrollieren – nicht sämtliche Lebendigkeit entfernen

Natürlich wirkende Haut darf weiterhin Hautstruktur besitzen.

Pflege ist Teil des Make-ups

Ein gepflegter Teint und gepflegte Lippen tragen wesentlich zum Ergebnis bei.

Persönlichkeit steht über der Kategorie „Herren-Make-up“

Nicht jeder Mann möchte ein unsichtbares Make-up. Wer Farbe, stärkere Augen, sichtbare Konturen oder einen kreativeren Look wünscht, darf selbstverständlich entsprechend gestaltet werden.

Die Technik folgt dem Menschen – nicht umgekehrt.


28. Das wichtigste Prinzip

Ein gutes Herren-Make-up erkennt man häufig gerade daran, dass man es nicht sofort erkennt.


Die Haut sieht ebenmäßiger aus.

Die Augen wirken wacher.

Rötungen treten zurück.

Glanz ist kontrolliert.

Die Gesichtszüge bleiben erhalten.

Und trotzdem entsteht nicht der Eindruck einer dicken Make-up-Schicht.

Genau dafür braucht es Technik.


Denn ein nahezu unsichtbares Ergebnis ist nicht automatisch einfacher als ein intensives Make-up. Häufig erfordert es sogar besonders präzises Arbeiten, weil jeder sichtbare Übergang, jede falsche Farbe und jede unnötige Produktschicht das gewünschte Ergebnis beeinträchtigen kann.


Fazit: Gepflegt aussehen, ohne „geschminkt“ auszusehen

Herren-Make-up zeigt besonders deutlich, worum es bei professioneller Visagistik geht:

Nicht möglichst viele Produkte einzusetzen, sondern die richtigen Produkte an den richtigen Stellen.

Hautanalyse und Vorbehandlung schaffen die Grundlage. Eine dünne Foundation gleicht den Teint aus. Concealer und gegebenenfalls Camouflage korrigieren gezielt. Puder kontrolliert störenden Glanz. Augenbrauen werden gepflegt, Gesichtszüge sanft unterstützt und Lippen natürlich versorgt.

Bei Business, Hochzeit, Foto oder Kamera kann die Intensität angepasst werden – das Prinzip bleibt jedoch gleich:

Das Make-up unterstützt die Person. Es soll sie nicht überdecken.

Merksatz

Professionelles Herren-Make-up zeigt nicht mehr Produkt – sondern mehr Frische, Pflege und Ausstrahlung.







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