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Foto-Make-up – perfekt für Farbe & Schwarzweiß

  • Autorenbild: beautyacademy
    beautyacademy
  • vor 4 Tagen
  • 10 Min. Lesezeit
Infografik zu Foto-Make-up mit Model, Schminktipps und Make-up-Produkten; viele rote Überschriften und Kapitelübersicht.





Ein professionelles Foto-Make-up soll nicht einfach stärker geschminkt wirken. Es soll dafür sorgen, dass Gesicht, Ausdruck, Konturen und Persönlichkeit auch auf dem fertigen Bild harmonisch zur Geltung kommen.

In unseren Ausbildungsunterlagen werden Farbfoto-Make-up und Schwarz/Weiß-Make-up ausdrücklich als eigenständige Bereiche des Beauty Make-ups geführt. Sie stehen dort neben Tages-, Abend-, Braut-, Senioren- und weiteren Spezial-Make-ups.

Damit baut dieses Kapitel auf vielen Techniken auf, die wir bereits kennengelernt haben: Hautvorbereitung, Foundation, Korrektur, Puder, Modellierung, Augenbrauen, Augen- und Lippen-Make-up sowie Farbenlehre. Für das Foto müssen diese Elemente jedoch besonders bewusst aufeinander abgestimmt werden.

Das wichtigste Prinzip: Ein Foto-Make-up wird nicht nur für den Blick in den Spiegel gestaltet – sondern für die Wirkung des fertigen Bildes.

1. Was macht Foto-Make-up besonders?

Im Alltag nehmen wir ein Gesicht dreidimensional, in Bewegung und unter wechselnden Lichtverhältnissen wahr. Ein Foto reduziert diesen Eindruck auf ein Bild.

Für die Visagistin oder den Visagisten bedeutet das: Das Make-up muss als Gesamtgestaltung betrachtet werden.


Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei:

  • ein gleichmäßiger Teint,

  • saubere Übergänge,

  • klar erkennbare Gesichtskonturen,

  • harmonische Augenbrauen,

  • eine kontrollierte Augenmodellierung,

  • eine präzise Lippenkontur,

  • die richtige Farbwahl,

  • ein ausgewogenes Verhältnis zwischen hellen und dunklen Bereichen.


Gerade beim Foto können kleine Unregelmäßigkeiten, die im Alltag kaum auffallen, stärker ins Auge fallen. Umgekehrt können sehr feine Farb- und Konturunterschiede auf dem fertigen Bild weniger deutlich wirken.


Deshalb gilt:

Präzision ist beim Foto-Make-up wichtiger als möglichst viel Produkt.


2. Die Grundlage: Ein ebenmäßiger Teint

Eine professionelle Grundierung bildet die Basis des Foto-Make-ups.

Die Haut sollte zunächst analysiert und entsprechend vorbereitet werden. Trockene Stellen, überschüssiger Glanz oder eine ungeeignete Unterlage können das spätere Ergebnis beeinträchtigen.

Haut vorbereiten

Wie bereits in Kapitel 3 beschrieben, erfolgt zunächst die auf das Hautbild abgestimmte Vorbereitung:

Reinigung → Gesichtswasser → Pflege → geeignete Make-up-Unterlage

Danach kann die Foundation aufgetragen werden.

Foundation sorgfältig auswählen

Der Farbton sollte möglichst harmonisch mit dem natürlichen Hautton verschmelzen.


Besonders wichtig sind saubere Übergänge zu:

  • Hals,

  • Haaransatz,

  • Ohren,

  • Kieferlinie.


Ein Foto-Make-up sollte nicht wie eine sichtbare Maske auf der Haut liegen.

Praxis-Tipp: Foundation lieber kontrolliert und in dünnen Schichten aufbauen. Zusätzliche Deckkraft sollte gezielt dort entstehen, wo sie tatsächlich benötigt wird.


3. Korrigieren statt überdecken

Nicht jede kleine Unregelmäßigkeit verlangt nach einer stärkeren Foundation.

Professioneller ist es, zunächst einen ebenmäßigen Grundteint zu schaffen und anschließend gezielt zu korrigieren.


Dazu können – abhängig vom jeweiligen Gesicht – gehören:

  • Augenringe,

  • Rötungen,

  • Pigmentunregelmäßigkeiten,

  • kleine Hautunreinheiten,

  • Schatten oder Vertiefungen.


Die Korrektur sollte möglichst punktuell erfolgen.


Das Prinzip der Farbkorrektur

Hier spielt unsere Farbenlehre eine wichtige Rolle.

Die Ausbildungsunterlagen erklären, dass sich gegenüberliegende Farben im Farbkreis als Komplementärfarben verhalten. Werden sie miteinander gemischt, neutralisieren sie sich; nebeneinander verstärken sie dagegen ihre Wirkung.

Dieses Verständnis ist für professionelle Korrekturtechniken besonders wertvoll.

Merksatz: Nicht mehr Foundation verwenden, wenn nur eine kleine Stelle korrigiert werden muss.


4. Licht und Schatten – das Gesicht für die Kamera modellieren

Die Modellierung des Gesichtes ist beim Foto-Make-up besonders wichtig.

Das Grundprinzip kennen wir bereits:

Hell tritt optisch hervor.Dunkel tritt optisch zurück.

Dadurch lassen sich Gesichtszonen optisch betonen oder zurücknehmen.

Mögliche Bereiche für eine Aufhellung sind beispielsweise:

  • unter den Augen,

  • Gesichtsmittelpunkt,

  • bestimmte Partien der Stirn,

  • Nasenbereich,

  • Kinn.


Dunklere Modellierung kann – abhängig von Gesichtsform und gewünschter Wirkung – beispielsweise eingesetzt werden an:



  • Schläfen,

  • seitlichen Stirnbereichen,

  • unterhalb der Wangenknochen,

  • Kieferkontur.


Wichtig ist jedoch:

Nicht nach einer starren Schablone arbeiten

Contouring muss immer an das individuelle Gesicht angepasst werden.

Ein ovales Gesicht benötigt eine andere optische Gestaltung als beispielsweise ein rundes, langes oder kantiges Gesicht.

Deshalb steht vor der Modellierung immer die Gesichtsanalyse.


5. Farbfoto-Make-up – Farbe bewusst gestalten

Beim Farbfoto bleibt die Wirkung der verwendeten Farbtöne ein zentraler Bestandteil des Gesamtbildes.

Haut, Augen, Haare, Lippen, Rouge, Kleidung und Hintergrund können miteinander wirken.

Unsere Unterlagen unterscheiden unter anderem warme und kalte Farben. Rot, Gelb und Orange werden den warmen Farbtönen zugeordnet; Blau, Grün und Violett den kalten. Gleichzeitig können Farben ganz unterschiedliche emotionale Wirkungen erzeugen.


Für ein Farbfoto sollte daher nicht nur gefragt werden:

„Welche Farbe gefällt mir?“

Sondern:

„Welche Farbe unterstützt die gewünschte Wirkung des gesamten Bildes?“


Farbharmonie berücksichtigen

Unsere Ausbildungsunterlagen beschreiben verschiedene Möglichkeiten harmonischer Farbkombinationen:

Monochrom

Eine Farbe wird in unterschiedlichen Hell- und Dunkelabstufungen eingesetzt.

Analog

Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen, werden miteinander kombiniert.

Komplementär

Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, werden miteinander kombiniert.

Diese Prinzipien lassen sich sehr gut auf ein fotografisches Gesamtkonzept übertragen.


6. Augen-Make-up für das Farbfoto

Die Augen sind häufig einer der wichtigsten Ausdrucksträger eines Porträts.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie möglichst dunkel geschminkt werden müssen.


Entscheidend sind:

Form + Farbe + Kontrast + Intensität.


Lidschatten

Die Lidschattenfarben sollten auf Augenfarbe, Hauttyp, Haarfarbe und gewünschte Bildwirkung abgestimmt werden.

Unsere Ausbildungsunterlagen geben dazu ein anschauliches Beispiel aus der Farbenlehre: Grüne Augen können durch violette Töne intensiviert werden, blaue Augen durch Apricot-Töne mit Orangeanteil. Grundlage dafür ist der Komplementärkontrast.  


Übergänge

Auf einem Foto wirken harte, unbeabsichtigte Lidschattenkanten schnell störend.


Deshalb gilt:

Auftragen → verblenden → Abstand nehmen → kontrollieren.


Wimpern

Mascara definiert die Augen und unterstützt deren Ausdruck.

Wird mit künstlichen Wimpern gearbeitet, sollten diese den gewünschten Look ergänzen und nicht automatisch zum Mittelpunkt werden.

Das Thema professionelle Wimpernapplikation behandeln wir später noch ausführlich in einem eigenen Kapitel, da es auch ausdrücklich Bestandteil unserer Ausbildungsunterlagen ist.


7. Augenbrauen – der Rahmen des Gesichtes

Gerade bei Porträts beeinflussen Augenbrauen den Gesichtsausdruck erheblich.

Sie sollten:


  • sauber definiert,

  • harmonisch geformt,

  • nicht unnötig hart,

  • farblich passend


gestaltet werden.


Lücken können dezent aufgefüllt werden. Die natürliche Wuchsrichtung sollte dabei berücksichtigt werden.

Unser Grundsatz aus Kapitel 8 bleibt bestehen:

Die perfekte Augenbraue folgt dem Gesicht – nicht das Gesicht einer starren Augenbrauenschablone.


8. Rouge – Frische und Modellierung verbinden

Rouge erfüllt im Foto-Make-up zwei wichtige Aufgaben:

Es bringt Frische in den Teint und kann gleichzeitig die Gesichtsform optisch unterstützen.


Die Platzierung richtet sich deshalb nicht ausschließlich nach einem Trend, sondern nach:


  • Gesichtsform,

  • Proportionen,

  • gewünschter Wirkung,

  • restlichem Make-up.


Beim Farbfoto spielt außerdem der Farbton eine wichtige Rolle.

Rouge, Lippenfarbe und Augen-Make-up sollten nicht wie drei voneinander unabhängige Elemente wirken.


Ziel

Das Gesicht soll als harmonische Einheit erscheinen.


9. Lippen beim Farbfoto

Die Lippen können im fotografischen Make-up sehr unterschiedlich eingesetzt werden.


Sie können:

  • natürlich und zurückhaltend,

  • frisch und glänzend,

  • klassisch definiert,

  • intensiv und ausdrucksstark

gestaltet werden.


Entscheidend ist, welcher Schwerpunkt im Gesicht gesetzt werden soll.

Bei einem intensiven Augen-Make-up können ruhigere Lippenfarben Harmonie schaffen. Werden dagegen die Lippen zum Mittelpunkt, darf das Augen-Make-up zurückhaltender gestaltet werden.


Kontur sauber ausarbeiten

Fotografisch besonders wichtig ist eine präzise Lippenkontur.

Dabei sollte jedoch die natürliche Lippenform respektiert werden.

Kleine Korrekturen sind möglich – starke Überzeichnungen wirken dagegen schnell unnatürlich.


10. Schwarzweiß-Foto-Make-up – wenn Helligkeit wichtiger wird als Farbe

Beim Schwarzweiß-Foto verändert sich die Betrachtungsweise grundlegend.

Die Kamera zeigt nicht mehr die eigentliche Farbwirkung, sondern Unterschiede in Helligkeit, Dunkelheit und Kontrast.


Genau hier wird ein Grundsatz aus unseren Ausbildungsunterlagen besonders wichtig:

Auf den Hell-Dunkel-Kontrast reagieren Menschen besonders stark.

Der stärkste Hell-Dunkel-Kontrast besteht zwischen Schwarz und Weiß; auch zwischen anderen hellen und dunklen Farben können deutliche Kontraste entstehen.


Für die Visagistik bedeutet das:

Zwei Farben können im Spiegel deutlich verschieden aussehen und auf einem Schwarzweißbild dennoch eine ähnliche Helligkeitswirkung besitzen.

Umgekehrt können Farben, die harmonisch nebeneinander wirken, in Schwarzweiß einen stärkeren Kontrast erzeugen.


Deshalb denken wir beim Schwarzweiß-Make-up stärker in:

hell – mittel – dunkel

statt ausschließlich in Farbnamen.


11. Teint beim Schwarzweiß-Foto

Ein gleichmäßiger Teint bleibt auch hier die Grundlage.

Allerdings gewinnen Modellierung und Helligkeitsunterschiede zusätzliche Bedeutung.


Besonders sorgfältig sollten kontrolliert werden:


  • Schatten unter den Augen,

  • Nasenbereich,

  • Mundwinkel,

  • Kinn,

  • Wangenmodellierung,

  • Übergänge der Foundation.


Zu harte dunkle Bereiche können im Schwarzweißbild stärker wirken als beabsichtigt.

Gleichzeitig kann ein Gesicht ohne ausreichende Modellierung an Tiefe verlieren.


Das Ziel

Kontur schaffen, ohne harte Balken oder sichtbare Produktgrenzen zu erzeugen.


12. Rouge im Schwarzweißbild

Beim Farbfoto nehmen wir Rouge zunächst als Farbe wahr.

Beim Schwarzweißfoto wird daraus vor allem ein Helligkeitswert.

Deshalb sollte Rouge nicht allein danach beurteilt werden, wie schön sein Farbton im Spiegel aussieht.

Auch seine Intensität und seine Hell-Dunkel-Wirkung sind entscheidend.

Zu dunkel aufgetragenes Rouge kann im Schwarzweißbild schnell wie eine starke Schattenfläche erscheinen.


Praxis-Tipp

Nach dem Auftragen immer wieder das gesamte Gesicht betrachten.


Nicht nur fragen:

„Ist das Rouge schön?“

Sondern:

„Unterstützt diese Fläche die Form des Gesichtes?“


13. Augen beim Schwarzweiß-Make-up

Schwarzweiß-Fotografie kann Konturen und Kontraste sehr deutlich hervorheben.

Bei den Augen sind deshalb besonders wichtig:


  • eine klare Augenform,

  • sauber verblendeter Lidschatten,

  • definierter Wimpernkranz,

  • harmonische Augenbrauen,

  • kontrollierte Hell-Dunkel-Abstufungen.


Ein dunkler Ton in der Lidfalte kann Tiefe schaffen. Ein hellerer Bereich kann andere Partien optisch hervorheben.


Aber auch hier gilt:

Mehr Kontrast ist nicht automatisch besser.

Die Intensität muss zum Gesicht und zum gewünschten Bildstil passen.


14. Lippen beim Schwarzweiß-Foto

Auch Lippenfarben werden im Schwarzweißbild in Graustufen übersetzt.

Deshalb entscheidet nicht nur die eigentliche Farbe darüber, wie dominant die Lippen auf dem Foto erscheinen.

Eine Farbe kann im Original wunderschön wirken, fotografisch jedoch deutlich heller oder dunkler erscheinen als erwartet.


Für ein professionelles Ergebnis sind daher besonders wichtig:


  • eine präzise Kontur,

  • eine gleichmäßige Farbfläche,

  • eine zum Gesamtbild passende Intensität.


Der Mund sollte nicht unbeabsichtigt aus dem Gesicht „verschwinden“, aber auch nicht zwangsläufig zum stärksten Kontrast des gesamten Bildes werden.


15. Farbfoto und Schwarzweiß im direkten Vergleich

Farbfoto

Schwarzweiß-Foto

Farbton spielt eine zentrale Rolle

Helligkeitswerte gewinnen besondere Bedeutung

warme und kalte Farben wahrnehmbar

Farben werden in Graustufen übersetzt

Farbharmonien sichtbar

Hell-Dunkel-Verhältnisse bestimmen die Wirkung

Rouge wirkt durch Farbe und Intensität

Rouge wirkt vor allem als Helligkeits-/Schattenwert

Lippenfarbe beeinflusst die Farbharmonie

Lippen müssen hinsichtlich ihres Grauwertes beurteilt werden

Augenfarben können durch Komplementärfarben betont werden

Augen werden stärker über Form, Kontur und Kontrast gestaltet

Kleidung und Make-up können farblich harmonieren

Kleidung und Make-up müssen auch hinsichtlich ihrer Helligkeitswerte funktionieren


Merksatz: Beim Farbfoto denken wir stärker in Farbe UND Kontrast. Beim Schwarzweißfoto konzentrieren wir uns besonders auf Licht, Schatten, Form und Helligkeitswerte.


16. Der professionelle Ablauf eines Foto-Make-ups

Ein systematisches Vorgehen erleichtert die Arbeit enorm.

Schritt 1 – Bildwirkung festlegen

Vor dem Schminken sollte klar sein, welche Wirkung entstehen soll.

Natürlich? Elegant? Beauty? Ausdrucksstark? Klassisch? Dramatisch?

Schritt 2 – Gesicht analysieren

Gesichtsform, Hautbild, Augenform, Augenbrauen, Lippen und Proportionen betrachten.

Schritt 3 – Haut vorbereiten

Reinigen, tonisieren und passend zum Hautbild pflegen.

Schritt 4 – Foundation auftragen

Dünn beginnen und sorgfältig verblenden.

Schritt 5 – Korrekturen durchführen

Augenringe, Rötungen und andere störende Unregelmäßigkeiten gezielt korrigieren.

Schritt 6 – Modellieren

Helle und dunkle Bereiche entsprechend der individuellen Gesichtsform einsetzen.

Schritt 7 – Fixieren

Puder dort einsetzen, wo Fixierung und Glanzkontrolle erforderlich sind.

Schritt 8 – Augenbrauen gestalten

Form definieren und Lücken natürlich auffüllen.

Schritt 9 – Augen-Make-up

Farbe, Form und Intensität entsprechend dem Fotokonzept gestalten.

Schritt 10 – Wimpern definieren

Mascara und gegebenenfalls Wimpernapplikation einsetzen.

Schritt 11 – Rouge

Frische und Modellierung harmonisch verbinden.

Schritt 12 – Lippen gestalten

Kontur, Farbe und Finish auf den Gesamtlook abstimmen.

Schritt 13 – Gesamtbild kontrollieren

Abstand nehmen und nicht mehr nur einzelne Partien betrachten.

Schritt 14 – Wirkung für das Medium prüfen

Besonders unterscheiden:

Farbfoto oder Schwarzweiß?


17. Häufige Fehler beim Foto-Make-up

Zu viel Foundation

Eine dicke Produktschicht ist kein Ersatz für gezielte Korrektur.

Besser: Dünn grundieren und punktuell korrigieren.

Harte Übergänge

Foundation, Contouring, Rouge oder Lidschatten enden sichtbar.

Besser: Übergänge sorgfältig verblenden und aus verschiedenen Blickwinkeln kontrollieren.

Nur einzelne Gesichtspartien betrachten

Perfekte Augen helfen wenig, wenn sie mit Lippen, Rouge und Teint nicht harmonieren.

Besser: Regelmäßig Abstand nehmen und das gesamte Gesicht beurteilen.

Farben unabhängig voneinander wählen

Augen, Rouge und Lippen wirken wie drei verschiedene Make-ups.

Besser: Eine gemeinsame Farbharmonie schaffen.

Schwarzweiß wie ein normales Farbfoto behandeln

Die Farbwirkung wird geplant, aber die Hell-Dunkel-Wirkung vergessen.

Besser: Beim Schwarzweiß-Make-up besonders auf Helligkeitswerte und Kontraste achten.

Zu starke Modellierung

Konturen werden zu dunklen Streifen.

Besser: Modellierung schrittweise aufbauen und weich ausarbeiten.

Zu wenig Kontrolle

Ein Look wird fertiggestellt und erst beim fertigen Foto beurteilt.

Besser: Während der gesamten Arbeit immer wieder kontrollieren.


18. Die Profi-Checkliste für Foto-Make-up

Vor Abschluss des Make-ups sollte überprüft werden:

✓ Ist der Teint gleichmäßig?

✓ Passt die Foundation zum natürlichen Hautton?

✓ Sind Hals, Kiefer und Haaransatz sauber verblendet?

✓ Wurden Korrekturen gezielt und nicht flächig durchgeführt?

✓ Sind helle und dunkle Modellierungen weich ausgearbeitet?

✓ Sind die Augenbrauen harmonisch und natürlich definiert?

✓ Sind beide Augen ausgewogen gestaltet?

✓ Sind die Lidschattenübergänge sauber?

✓ Ist die Wimpernlinie ausreichend definiert?

✓ Unterstützt das Rouge die Gesichtsform?

✓ Ist die Lippenkontur sauber?

✓ Harmonieren Augen, Rouge und Lippen miteinander?

✓ Passt das Make-up zur gewünschten Bildwirkung?

✓ Funktioniert die Gestaltung für Farbe beziehungsweise Schwarzweiß?

✓ Wirkt das Gesicht auch aus etwas Entfernung harmonisch?


19. Was du dir für die Praxis merken solltest

📷 Das Foto ist das Ziel

Beim Foto-Make-up zählt nicht nur, wie das Make-up unmittelbar am Schminkplatz aussieht.

Entscheidend ist seine Wirkung im späteren Bild.

🎨 Farbe bewusst einsetzen

Beim Farbfoto beeinflussen Farbharmonien den gesamten Ausdruck. Die Ausbildungsunterlagen betonen, dass harmonische Farbkombinationen von Nuancen, Abtönungen und ihrem Umfeld mitbestimmt werden.

Hell und Dunkel formen das Gesicht

Besonders bei Schwarzweiß gewinnen Helligkeit und Kontrast an Bedeutung.

❤️ Individualität bleibt wichtiger als jede Regel

Gesichtsform, Haut, Augen, Haare und Persönlichkeit unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Foto-Make-up darf deshalb niemals zu einer starren Schablone werden.

Präzision schlägt Produktmenge

Ein professioneller Look entsteht durch kontrollierte Übergänge, ausgewogene Proportionen und eine klare Gestaltung – nicht dadurch, dass möglichst viel Make-up verwendet wird.


20. Farbfoto oder Schwarzweiß – die wichtigste Entscheidung

Die Ausbildungsunterlagen behandeln Farbfoto und Schwarz/Weiß bewusst als zwei Bereiche des Beauty Make-ups.

Das ist für die praktische Arbeit ein wichtiger Gedanke.

Beim Farbfoto stehen neben Form und Kontrast insbesondere Farbharmonie, Farbtemperatur und die Beziehung der verschiedenen Farbtöne zueinander im Mittelpunkt.

Beim Schwarzweißfoto wird Farbe dagegen nicht in ihrer ursprünglichen Form sichtbar. Umso wichtiger werden Helligkeitsunterschiede, Konturen und die optische Modellierung des Gesichtes.


Die grundlegende Technik bleibt dieselbe:

analysieren → vorbereiten → ausgleichen → modellieren → gestalten → kontrollieren.

Was sich verändert, ist die Gewichtung.


Fazit: Foto-Make-up ist die Kunst der kontrollierten Wirkung

Professionelles Foto-Make-up verbindet viele Bereiche der Visagistik miteinander. Hautanalyse und Vorbereitung schaffen die Grundlage. Foundation und Korrektur sorgen für einen ausgeglichenen Teint. Modellierung gibt dem Gesicht Struktur. Augenbrauen und Augen schaffen Ausdruck. Rouge bringt Frische und unterstützt die Form. Lippen vervollständigen den Look.


Beim Farbfoto kommt die bewusste Gestaltung der Farbharmonie hinzu. Beim Schwarzweißfoto rücken Hell-Dunkel-Kontraste, Konturen und Helligkeitswerte stärker in den Mittelpunkt.


Und über allem steht ein Prinzip:

Ein gelungenes Foto-Make-up soll nicht zeigen, wie viel geschminkt wurde. Es soll dafür sorgen, dass die Person auf dem Bild optimal zur Geltung kommt.

Merksatz: Farbe schafft Stimmung. Licht und Schatten schaffen Form. Präzision schafft ein professionelles Foto-Make-up.







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