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Gesichtsanalyse – Gesichtsformen, Proportionen & optische Gestaltung

  • Autorenbild: beautyacademy
    beautyacademy
  • vor 4 Tagen
  • 8 Min. Lesezeit
Infografik zur Gesichtsanalyse mit fünf Gesichtsformen, Frauenporträts, Make-up-Tipps und rosa Überschriften.





Jedes Gesicht ist einzigartig.

Stirn, Wangenknochen, Kinn, Augen, Nase und Mund bilden gemeinsam individuelle Proportionen, die einem Gesicht seinen unverwechselbaren Ausdruck verleihen.

Für eine Visagistin oder einen Visagisten bedeutet das: Bevor Make-up gezielt eingesetzt werden kann, sollte zunächst verstanden werden, wie das Gesicht aufgebaut ist.

Die Gesichtsanalyse bildet deshalb eine wichtige Grundlage der professionellen Visagistik.

Sie hilft dabei, Gesichtsformen zu erkennen, Proportionen zu beurteilen und anschließend bewusste Entscheidungen darüber zu treffen, welche Bereiche hervorgehoben oder optisch zurückgenommen werden sollen.

MERKE: Professionelles Make-up beginnt nicht mit dem Verändern eines Gesichts, sondern mit dem Verstehen seiner individuellen Form.

Was bedeutet Gesichtsanalyse?

Bei einer professionellen Gesichtsanalyse wird zunächst der gesamte Gesichtsrahmen betrachtet.

Danach richtet sich die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Gesichtspartien und deren Verhältnis zueinander.


Unsere Ausbildungsunterlagen nennen dabei insbesondere:

  • Augen,

  • Mund,

  • Nase,

  • Stirn,

  • Wangen,

  • Ohren,

  • Größe der einzelnen Gesichtszonen und

  • Abstände der Gesichtspartien zueinander.


Es geht also nicht darum, einzelne Bereiche isoliert zu betrachten.

Ein Mund kann beispielsweise für sich allein weder „zu breit“ noch „zu schmal“ sein. Entscheidend ist immer seine Wirkung im Verhältnis zum gesamten Gesicht.

Genau dieses Zusammenspiel macht die Gesichtsanalyse für die Visagistik so interessant.


Das Gesicht in Zonen betrachten

Um Proportionen besser beurteilen zu können, wird das Gesicht in unterschiedliche Bereiche gegliedert.

In unseren Unterlagen werden unter anderem folgende Strecken betrachtet:


Haaransatz → Nasenwurzel

Nasenwurzel → Nasenspitze

Nasenansatz → Kinnspitze


Darüber hinaus werden beispielsweise:


  • der Abstand zwischen den Augen und

  • die Mundbreite


berücksichtigt.


Dadurch entsteht ein genaueres Bild darüber, wie die einzelnen Gesichtspartien zueinander stehen.

Eine solche Analyse schult vor allem eines: den professionellen Blick.

Mit zunehmender Erfahrung lernst du, Proportionen schneller zu erkennen und daraus Entscheidungen für das Make-up abzuleiten.


Gesichtspunkte – genauer hinsehen

Die Ausbildungsunterlagen gehen bei der Gesichtsanalyse noch einen Schritt weiter und beschreiben verschiedene Markierungs- beziehungsweise Messpunkte.


Dabei werden unter anderem betrachtet:


  • Pupillenabstand,

  • innerer Augenabstand,

  • äußerer Augenabstand,

  • äußerster Abstand der Nasenflügel,

  • Wangenknochen,

  • Kieferknochenabstand,

  • Mundwinkel,

  • Nasenwurzel und

  • Mitte der Oberlippe.


Das zeigt, wie detailliert eine professionelle Gesichtsanalyse durchgeführt werden kann.

Für den Einstieg ist jedoch nicht entscheidend, sofort jede Strecke perfekt auszumessen.

Wichtiger ist zunächst, dass du lernst, das Gesicht systematisch statt nur intuitiv zu betrachten.


Warum Proportionen beim Make-up wichtig sind

Make-up arbeitet mit Farbe, Helligkeit und Platzierung.

Dadurch kann die optische Wirkung einzelner Bereiche beeinflusst werden.

Eine der wichtigsten Grundlagen dazu findet sich ebenfalls in unseren

Fachkunde-Unterlagen:


Dunkel tritt optisch zurück.

Hell kommt optisch hervor.


Dieses Prinzip begegnet uns später bei vielen unterschiedlichen Techniken wieder.


Es bildet beispielsweise eine Grundlage für:


  • Aufhellungen,

  • Schattierungen,

  • Modellierung,

  • Concealer-Techniken und

  • bestimmte Formen der Konturierung.

MERKE: Hell hebt hervor – Dunkel nimmt optisch zurück.

Dieses einfache Prinzip solltest du dir besonders gut merken.


Die fünf Gesichtsformen

In unseren Ausbildungsunterlagen werden fünf Gesichtsformen unterschieden:


  1. dreieckige Gesichtsform,

  2. viereckige Gesichtsform,

  3. lange Gesichtsform,

  4. runde Gesichtsform und

  5. ovale Gesichtsform.


In der Realität entspricht natürlich nicht jedes Gesicht exakt einer einzigen geometrischen Form.

Die Einteilung hilft jedoch dabei, bestimmte Merkmale schneller zu erkennen und die Gesamtwirkung eines Gesichts besser zu beurteilen.


Die dreieckige Gesichtsform

Typisch für die dreieckige Gesichtsform ist laut unseren Unterlagen eine breite Stirn.

Die Wangenknochen liegen höher als beim klassischen ovalen Gesicht.

Nach unten wird das Gesicht deutlich schmaler und das Kinn läuft spitz zu.


Typische Merkmale


  • breite Stirn,

  • höher liegende Wangenknochen,

  • nach unten schmaler werdendes Gesicht,

  • spitz zulaufendes Kinn.


Dadurch entsteht eine deutliche Verjüngung von der oberen zur unteren Gesichtshälfte.


Worauf achten wir bei der Analyse?

Betrachte vor allem das Verhältnis zwischen:

Stirnbreite → Wangenbereich → Kinn

Je stärker sich das Gesicht nach unten verjüngt, desto deutlicher wird die dreieckige Wirkung.


Die viereckige Gesichtsform

Die viereckige Gesichtsform zeichnet sich durch deutlich erkennbare Ecken im Bereich von Stirn und Kinn aus.

Unsere Unterlagen beschreiben das Gesicht außerdem als oben und unten gleich breit.


Typische Merkmale


  • markante Stirn,

  • deutlich erkennbare Kiefer- beziehungsweise Kinnpartie,

  • obere und untere Gesichtshälfte ähnlich breit,

  • insgesamt eher geradlinige Kontur.


Im Gegensatz zur dreieckigen Form verjüngt sich das Gesicht nach unten also wesentlich weniger.


Worauf achten wir bei der Analyse?


Betrachte insbesondere:


  • Stirnbreite

  • Kieferbreite und

  • die seitliche Kontur des Gesichts.


Wenn Stirn und unterer Gesichtsbereich ähnlich breit erscheinen, entsteht die charakteristische viereckige Wirkung.


Die lange Gesichtsform

Bei der langen Gesichtsform steht die vertikale Wirkung im Vordergrund.

Laut unseren Unterlagen sind die Wangenknochen deutlich schmaler als bei einem ovalen Gesicht. Zusätzlich prägen eine hohe Stirn und ein längliches Kinn die Erscheinung.


Typische Merkmale


  • schmalerer Wangenknochenbereich,

  • hohe Stirn,

  • längliches Kinn,

  • insgesamt gestreckte Gesichtswirkung.


Hier ist also nicht nur die Breite entscheidend.

Das Verhältnis zwischen Gesichtslänge und Gesichtsbreite prägt den Gesamteindruck.


Die runde Gesichtsform

Bei einer runden Gesichtsform liegt der Schwerpunkt optisch stärker im Wangenbereich.

Unsere Ausbildungsunterlagen beschreiben hier Breite und Fülle im Bereich der Wangen, wodurch das gesamte Gesicht rund erscheint.


Typische Merkmale


  • ausgeprägte Breite im Wangenbereich

  • weichere Gesamtwirkung,

  • weniger kantige Konturen,

  • insgesamt rund erscheinender Gesichtsrahmen


Worauf achten wir bei der Analyse?

Betrachte nicht nur die Wangen selbst.

Entscheidend ist, wie stark ihre Breite die gesamte Gesichtsform bestimmt.


Die ovale Gesichtsform

Bei der ovalen Gesichtsform befinden sich die Wangenknochen laut unseren Unterlagen ungefähr in der Mitte des Gesichts.

Von dort aus verjüngt sich das Gesicht sowohl nach oben als auch nach unten.


Zusätzlich beschreibt das Skript:

  • einen optimalen Augenabstand,

  • eine proportional ausgewogene Nase und

  • eine klar gezeichnete Kontur.


Typische Merkmale

  • Wangenknochen ungefähr in der Gesichtsmitte,

  • Verjüngung nach oben,

  • Verjüngung nach unten,

  • ausgewogene Gesamtproportionen.


Die ovale Form wird in der klassischen Gesichtsanalyse somit als besonders ausgewogen beschrieben.

Gesichtsformen sind eine Orientierung – kein Schönheitsurteil

Die Einteilung in Gesichtsformen soll dabei helfen, ein Gesicht fachlich zu analysieren.

Sie bedeutet nicht, dass eine bestimmte Gesichtsform schöner oder weniger schön ist.

Das ist für die professionelle Arbeit ein wichtiger Unterschied.

Eine Kundin kommt nicht zur Visagistin, damit ihr Gesicht möglichst stark an eine andere Form angepasst wird.


Vielmehr hilft uns die Analyse dabei zu verstehen:

Was macht dieses Gesicht aus?

Welche Bereiche prägen seine Wirkung?

Welche Merkmale möchten wir hervorheben?

Erst danach entscheiden wir über die Gestaltung des Make-ups.


Hell und Dunkel – die Grundlage der optischen Modellierung

Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten der Visagistik besteht darin, mit unterschiedlichen Helligkeiten zu arbeiten.


Das Grundprinzip ist einfach:

Dunkle Bereiche treten optisch zurück

Wird eine Gesichtspartie dunkler gestaltet, kann sie optisch weniger hervortreten.

Helle Bereiche treten optisch hervor

Wird eine Partie aufgehellt, kann sie stärker in den Vordergrund treten.

Dieses Prinzip wird in den Ausbildungsunterlagen beispielsweise auch beim Senioren-Make-up ausdrücklich beschrieben.

Es bildet gleichzeitig eine wichtige Grundlage für spätere Modellierungstechniken.


Aufhellen mit Concealer

Ein praktisches Beispiel für das Prinzip „Hell kommt hervor“ finden wir beim Abdecken von Augenringen.

Unsere Ausbildungsunterlagen sehen vor, Augenringe mit einem helleren Ton als die Grundierung abzudecken.


Vertiefungen können dabei mit:


  • Concealer,

  • Abdeckstift oder

  • Abdeckcreme


aufgehellt werden.


Durch das Aufhellen kann die Vertiefung optisch stärker hervortreten und dadurch ausgeglichener wirken.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Korrekturtechniken nicht nur mit hoher Deckkraft arbeiten.

Auch die gezielte Wahl der Helligkeit beeinflusst die optische Wirkung.


Pigmentstörungen – nicht jede Korrektur wird aufgehellt

Bei Pigmentstörungen beschreiben die Ausbildungsunterlagen eine andere Vorgehensweise.

Diese sollen im gleichen Ton wie die Grundierung abgedeckt werden.


Auch daran lässt sich ein wichtiges Prinzip erkennen:

Nicht jede Stelle, die korrigiert werden soll, wird automatisch heller gestaltet.

Die passende Technik hängt davon ab, welcher optische Effekt erreicht werden soll.

Rouge kann die Gesichtsform beeinflussen

Rouge sorgt nicht nur für Frische.

In unseren Unterlagen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Gesichtsform durch das Modellieren mit Rouge optisch verändert werden kann.


Damit bekommt die vorherige Gesichtsanalyse eine ganz praktische Bedeutung.

Bevor Rouge aufgetragen wird, sollte deshalb nicht nur die gewünschte Farbe betrachtet werden.


Auch die Position des Rouges beeinflusst die Wirkung.

Die detaillierten Rouge-Techniken können wir später gemeinsam mit Grundierung und Modellierung behandeln.


Für dieses Kapitel solltest du dir zunächst merken:

Rouge ist nicht nur Farbe – seine Platzierung ist Teil der Gesichtsgestaltung.

Der richtige Foundation-Ton unterstützt ein harmonisches Gesamtbild

Auch die Grundierung spielt bei der Gesichtsgestaltung eine wichtige Rolle.

Unsere Ausbildungsunterlagen geben dafür eine klare Orientierung:


Das Make-up soll gegenüber der natürlichen Haut weder:

  • heller,

  • dunkler,

  • rosiger noch

  • grauer


wirken.


Als Maßstab wird die Haut am Hals herangezogen.

Der Übergang zwischen grundierter und nicht grundierter Haut sollte möglichst ohne sichtbare Farbränder erscheinen.


Damit wird deutlich:

Eine Foundation soll nicht wie eine separate Farbschicht auf dem Gesicht liegen.

Sie soll sich harmonisch in das natürliche Hautbild einfügen.

Analyse vor Korrektur

Ein häufiger Denkfehler beim Erlernen von Make-up-Techniken besteht darin, sofort nach einer „Korrektur“ für jede Gesichtsform zu suchen.


Professioneller ist eine andere Reihenfolge:

1. Gesicht betrachten

Welche Form und welche individuellen Merkmale erkennst du?

2. Proportionen beurteilen

Wie stehen Stirn, Wangen, Kiefer, Augen, Nase und Mund zueinander?

3. Wünsche berücksichtigen

Welche Wirkung möchte die Kundin erzielen?

4. Gestaltung planen

Welche Bereiche sollen betont werden und welche sollen optisch weniger hervortreten?

5. Erst danach Produkte einsetzen

Foundation, Concealer, Rouge und spätere Modellierungsprodukte werden gezielt entsprechend dieser Analyse eingesetzt.

Diese Reihenfolge verhindert, dass Make-up lediglich nach einem starren Schema aufgetragen wird.

Der professionelle Blick entwickelt sich mit der Erfahrung

Am Anfang kann eine Gesichtsanalyse ungewohnt wirken.

Vielleicht ist nicht sofort eindeutig, ob ein Gesicht eher oval, rund oder lang erscheint.

Das ist völlig normal.

Entscheidend ist, nicht nur nach einem einzelnen Merkmal zu suchen.


Betrachte immer mehrere Bereiche gemeinsam:

Wie breit ist die Stirn?

Wo liegt die größte Breite des Gesichts?

Wie verlaufen die Wangenknochen?

Wie breit ist der Kiefer?

Wie endet das Kinn?

Wie lang wirkt das Gesicht im Verhältnis zu seiner Breite?

Mit jeder Analyse wird dein Blick sicherer.


Die Gesichtsanalyse auf einen Blick

Dreieckige Gesichtsform

Breitere Stirn, höher liegende Wangenknochen und ein spitz zulaufendes Kinn.

Viereckige Gesichtsform

Deutliche Ecken an Stirn und Kinn; das Gesicht ist oben und unten ungefähr gleich breit.

Lange Gesichtsform

Schmalerer Wangenbereich, hohe Stirn und längliches Kinn.

Runde Gesichtsform

Breite und Fülle vor allem im Wangenbereich.

Ovale Gesichtsform

Wangenknochen ungefähr in der Gesichtsmitte; das Gesicht verjüngt sich nach oben und unten.


Was solltest du dir für die Praxis merken?


1. Analysiere das gesamte Gesicht

Betrachte niemals nur eine einzelne Gesichtspartie.


2. Achte auf die Verhältnisse

Die Wirkung entsteht durch das Zusammenspiel von Stirn, Wangen, Kiefer, Augen, Nase und Mund.


3. Nutze Gesichtsformen als Orientierung

Sie unterstützen deine Analyse, sind aber kein Schönheitsurteil.


4. Merke dir das Hell-Dunkel-Prinzip

Hell tritt hervor – Dunkel tritt zurück.


5. Korrigiere nicht automatisch

Überlege zuerst, welche Wirkung überhaupt gewünscht ist.


6. Beachte die Platzierung

Nicht nur die Farbe eines Produktes, sondern auch seine Position beeinflusst das Ergebnis.


7. Bewahre die Individualität

Professionelle Visagistik soll die Persönlichkeit unterstützen und nicht jedes Gesicht nach demselben Schema verändern.


Fazit: Erst verstehen, dann gestalten

Gesichtsanalyse ist die Verbindung zwischen Beobachtung und Make-up-Technik.


Wer Gesichtsformen und Proportionen erkennt, kann wesentlich bewusster entscheiden, wo Foundation, Concealer, Rouge oder später auch Modellierungsprodukte eingesetzt werden.


Dabei geht es nicht darum, ein Gesicht möglichst stark zu verändern.

Es geht darum, seine individuellen Merkmale zu verstehen und Make-up gezielt einzusetzen.


Denn professionelle Visagistik folgt nicht einfach einer Vorlage.


Sie beginnt mit der Frage:

Was macht dieses Gesicht besonders – und wie kann ich genau das optimal zur Geltung bringen?

MERKSATZ: Analysieren vor dem Modellieren: Erst wenn du die Form eines Gesichts verstehst, kannst du seine Wirkung gezielt gestalten.





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