Produkte & Materialien im Nageldesign
- beautyacademy

- 14. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Aug.

Nageldesign ProdukteNageldesign Produkte - Gel, Acryl, Polygel & Co. richtig verstehen und einsetzen
Professionelles Nageldesign beginnt mit dem Verständnis der verwendeten Materialien. Denn nicht jedes Produkt erfüllt dieselbe Aufgabe – und nicht jedes Material eignet sich automatisch für jeden Naturnagel oder jede Modellage.
Von der Vorbereitung über die Haftung und den Aufbau bis zur Farbe und Versiegelung bilden die einzelnen Produkte ein aufeinander abgestimmtes System.
Wer versteht, warum welches Produkt eingesetzt wird, arbeitet sicherer, präziser und kann Modellagen gezielter auf die individuellen Anforderungen abstimmen.
Gel – der Klassiker der Nagelmodellage
Gel gehört zu den bekanntesten Materialien im professionellen Nageldesign.
Es wird auf den vorbereiteten Nagel aufgetragen beziehungsweise modelliert und anschließend unter einer dafür vorgesehenen UV-/LED-Lampe ausgehärtet.
Je nach Produktsystem werden unterschiedliche Gele für verschiedene Arbeitsschritte eingesetzt.
Haftgel
Das Haftgel bildet die Verbindung zwischen dem vorbereiteten Naturnagel und den nachfolgenden Modellageschichten.
Eine sorgfältige Vorbereitung ist dabei besonders wichtig, denn Haftungsprobleme können später unter anderem zu Ablösungen oder Liftings führen.
Aufbaugel
Das Aufbaugel sorgt für Form und Stabilität.
Beim Modellieren wird das Material so verteilt, dass eine harmonische Oberfläche und die notwendige Stabilität entstehen. Deine Ausbildungsunterlage beschreibt dafür das Aufnehmen einer geeigneten Gelmenge, das gleichmäßige Verteilen sowie das vollständige Aushärten. Anschließend wird die Modellage gereinigt und in Form gefeilt.
Farbgel
Farbgele dienen der kreativen Gestaltung.
Sie werden möglichst dünn und gleichmäßig aufgetragen. Das Produkt sollte dabei nicht auf die Nagelhaut gelangen. Für eine höhere Deckkraft kann – abhängig vom Produkt – eine weitere dünne Schicht erforderlich sein.
Versiegelungsgel
Die Versiegelung bildet den Abschluss der Modellage.
Sie schützt die darunterliegende Gestaltung und sorgt – abhängig vom gewählten Produkt – beispielsweise für ein glänzendes oder mattes Finish.
Acryl – Modellage mit Liquid und Pulver
Bei der klassischen Acrylmodellage wird nicht mit einem fertigen Gel gearbeitet.
Stattdessen entstehen durch die Verbindung von Acryl-Liquid und Acrylpulver kleine modellierbare Produktbällchen.
Die richtige Mischung spielt dabei eine wichtige Rolle.
Deine Fachkunde unterscheidet beispielsweise zwischen unterschiedlichen Konsistenzen für verschiedene Bereiche der Modellage. Das Material wird mit dem Pinsel aufgenommen und anschließend kontrolliert auf dem Nagel modelliert.
Im Gegensatz zu UV-/LED-Gel benötigt die klassische Acrylmodellage keine entsprechende Lichthärtung für diesen chemischen Aushärtungsprozess.
BEAUTY-AUSBILDUNG PROFI-TIPP
Nicht die größte Produktmenge macht eine Modellage stabil. Entscheidend sind das richtige Material, die richtige Menge und die richtige Platzierung.
Polygel – ein weiteres Modellagesystem
Polygel beziehungsweise vergleichbare Hybrid-Modellagesysteme verbinden Eigenschaften, die aus unterschiedlichen Modellagetechniken bekannt sind.
Die konkrete Verarbeitung hängt stark vom jeweiligen Hersteller und Produktsystem ab.
Deshalb gilt besonders hier:
Produkte nicht nach Gefühl zwischen verschiedenen Systemen austauschen.
Herstellerangaben zu Anwendung, Verarbeitung und Aushärtung müssen berücksichtigt werden.
Primer – Vorbereitung für die Haftung
Primer wird bei dafür vorgesehenen Produktsystemen zur Unterstützung der Haftung eingesetzt.
Auch deine Ausbildungsunterlage nennt Primer im Zusammenhang mit Haftungsproblemen: Eine gründliche Vorbereitung des Nagels und ein geeigneter Primer können die Haftung unterstützen.
Wichtig ist jedoch:
Mehr Primer bedeutet nicht automatisch mehr Haftung.
Entscheidend ist die korrekte Verwendung innerhalb des jeweiligen Systems.
Cleaner, Zelletten & Hilfsmittel
Nicht alle Produkte bauen den Nagel auf. Viele Hilfsmittel sorgen dafür, dass die einzelnen Arbeitsschritte sauber ausgeführt werden können.
Dazu gehören beispielsweise:
Cleaner – je nach Produktsystem zur vorgesehenen Reinigung beziehungsweise Entfernung einer Dispersionsschicht.
Zelletten – fusselfreie Hilfsmittel für verschiedene Reinigungsschritte.
Pinsel – für Gel, Acryl oder Nail-Art.
Feilen und Buffer – für Vorbereitung, Formgebung und Oberflächenbearbeitung.
Tips oder Schablonen – für unterschiedliche Verlängerungstechniken.
Fräser und Bits – für dafür vorgesehene Bearbeitungsschritte.
Gerade bei Pinseln ist die Qualität wichtig. Die Fachkunde weist darauf hin, dass beschädigte oder verunreinigte Pinsel das Ergebnis negativ beeinflussen können.
Die UV-/LED-Lampe gehört zum Produktsystem
Bei lichthärtenden Gelen ist die Lampe nicht einfach nur Zubehör.
Eine unzureichende Aushärtung kann die Qualität der Modellage beeinträchtigen. Zu kurze Aushärtungszeiten als auch fehlerhafte UV-Lampen gelten als mögliche Ursachen für Probleme.
Deshalb sollten die Angaben des jeweiligen Herstellers zur geeigneten Lampe und Aushärtungszeit beachtet werden.
Die richtige Lagerung
Professionelle Produktarbeit endet nicht nach der Modellage.
Auch die Lagerung beeinflusst die Qualität.
Laut Fachkunde können falsche Aufbewahrung, Alterung oder Verunreinigungen von UV-Gel beziehungsweise Acryl zu Haftungsproblemen und unerwünschten Ergebnissen führen.
Produkte sollten deshalb sauber, geschlossen und entsprechend den jeweiligen Herstellerangaben gelagert werden.
Das richtige Produkt für den richtigen Nagel
Nicht jedes Modellagematerial passt automatisch zu jeder Ausgangssituation.
Die Wahl sollte unter anderem berücksichtigen:
Zustand des Naturnagels · gewünschte Länge · gewünschte Form · notwendige Stabilität · Beanspruchung im Alltag · verwendetes Produktsystem.
Die Fachkunde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Wahl eines ungeeigneten Gel- oder Acrylprodukts dazu führen kann, dass eine Modellage reißt oder bricht.
Gut zu wissen
Produkte unterschiedlicher Systeme sollten nicht wahllos miteinander kombiniert werden.
Bei professioneller Arbeit solltest du immer wissen:
Was ist dieses Produkt?
Welche Funktion erfüllt es?
Wann wird es eingesetzt?
Wie wird es verarbeitet?
Wie lange muss es gegebenenfalls aushärten?
Mit welchen anderen Produkten ist es laut Hersteller kompatibel?
So entsteht aus vielen einzelnen Produkten ein kontrollierter Behandlungsablauf.
Häufige Produktfehler
Zu viel Modellagematerial
Kann zu einer unnötig massiven Modellage führen.
Zu wenig Material an belasteten Bereichen
Kann die notwendige Stabilität beeinträchtigen.
Falsche Produktwahl
Kann unter anderem Haftungs- oder Stabilitätsprobleme begünstigen.
Unzureichende Aushärtung
Kann die Modellage beeinträchtigen.
Verunreinigte Produkte oder Pinsel
Können Verarbeitung und Ergebnis verschlechtern.
Falsche Lagerung
Kann die Eigenschaften der Produkte verändern.
Merke
Professionelles Produktwissen bedeutet nicht, möglichst viele Produkte zu besitzen – sondern genau zu verstehen, wann und warum ein Produkt eingesetzt wird.
Die richtige Kombination aus Vorbereitung + Haftung + Aufbau + Gestaltung + Versiegelung bildet die Grundlage einer professionellen Modellage.




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