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Hautanalyse & Vorbehandlung – die perfekte Basis für jedes Make-up

Autorenbild: beautyacademy
beautyacademy
19. Aug.
7 Min. Lesezeit
Hautanalyse & Vorbehandlung; Frau mit Cremeproben im Gesicht, Skincare-Produkte, Tabellen zu Hauttypen und Pflege.





Ein professionelles Make-up beginnt nicht mit der Foundation.

Noch bevor der erste Pinsel zum Einsatz kommt, entscheidet die Vorbereitung der Haut wesentlich darüber, wie gleichmäßig sich Produkte auftragen lassen und wie das fertige Make-up wirkt.

Denn selbst die beste Foundation kann ihre Wirkung nur dann optimal entfalten, wenn die Haut entsprechend vorbereitet wurde.

Deshalb gehört die Beurteilung des Hautbildes zu den grundlegenden Fähigkeiten in der Visagistik.

MERKE:
Ein schönes Make-up beginnt mit einer gut vorbereiteten Haut.

Warum die Hautvorbereitung so wichtig ist

Die Grundlage eines sauberen und exakten Make-ups ist eine gepflegte Haut.

Bevor mit dem Schminken begonnen wird, sollte deshalb beurteilt werden, welche Bedürfnisse die Haut hat. Nicht jede Haut benötigt dieselbe Reinigung oder dieselbe Pflege.


In unseren Ausbildungsunterlagen werden für die Make-up-Vorbereitung vier Hautbilder unterschieden:


  • trockene Haut,

  • fette Haut,

  • Mischhaut und

  • normale Haut.


Diese unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Talgproduktion, Feuchtigkeit, Porigkeit und Pflegebedarf.

Die Aufgabe der Visagistin oder des Visagisten besteht darin, diese Unterschiede zu erkennen und die Vorbereitung entsprechend anzupassen.


Hautanalyse: Erst beobachten, dann pflegen

Bevor du Pflegeprodukte auswählst, solltest du dir das Hautbild genau ansehen.

Wirkt die Haut trocken und feinporig?

Zeigt sie einen deutlichen Glanz?

Sind die Poren vor allem an Stirn, Nase und Kinn stärker sichtbar?

Oder wirkt der Fett- und Feuchtigkeitshaushalt insgesamt ausgeglichen?

Diese Beobachtungen geben wichtige Hinweise darauf, welche Vorbereitung geeignet ist.

Das Ziel besteht nicht darin, möglichst viele Pflegeprodukte aufzutragen.

Vielmehr geht es darum, der Haut genau das zu geben, was sie vor dem Make-up benötigt.


Trockene Haut – Fett und Feuchtigkeit zuführen

Trockene Haut ist laut unseren Ausbildungsunterlagen durch eine verminderte Talgproduktion und ein geringes Wasserbindungsvermögen gekennzeichnet.


Typische Merkmale können sein:


  • sehr feine Poren,

  • Spannungsgefühle,

  • Rötungen nach Wasserkontakt und

  • ein insgesamt trocken wirkendes Hautbild.


Dieser Haut sollen sowohl Fett als auch ausreichend Feuchtigkeit zugeführt werden.


Geeignete Vorbehandlung

Für trockene Haut sieht das Skript folgende Vorbereitung vor:


Reinigung: Rückfettende Reinigungscreme oder Reinigungsmilch

Gesichtswasser: Alkoholfreies Gesichtswasser

Make-up-Unterlage: Feuchtigkeitscreme


Besonders bei trockener Haut ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Eine unzureichend gepflegte Haut kann nach dem Auftragen des Make-ups trocken oder fahl wirken.


Fette Haut – Feuchtigkeit ohne schwere Grundlage

Fette Haut zeigt sich laut Ausbildungsunterlagen vor allem durch:


  • vergrößerte Poren und

  • einen permanenten Glanzfilm auf der Hautoberfläche.


Dieser Glanz entsteht durch eine erhöhte Talgproduktion.

Bei der Vorbereitung sollte darauf geachtet werden, keine zu fetten Grundlagen einzusetzen. Gleichzeitig benötigt auch fette Haut ausreichend Feuchtigkeit.


Geeignete Vorbehandlung

Reinigung: Fettfreies Reinigungsgel

Gesichtswasser: Alkoholisches Gesichtswasser

Make-up-Unterlage: Feuchtigkeitsfluid


Der entscheidende Punkt ist also:

Fette Haut einfach möglichst stark auszutrocknen, entspricht nicht dem Ansatz unserer Unterlagen. Auch hier spielt eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung eine wichtige Rolle.


Mischhaut – unterschiedliche Bedürfnisse in einem Gesicht

Mischhaut stellt bei der Vorbereitung eine besondere Situation dar.

Typischerweise zeigen sich Unterschiede zwischen der sogenannten Mittelzone des Gesichts und den Wangen.


Zur Mittelzone gehören vor allem:

  • Stirn,

  • Nase und

  • Kinn.


In diesen Bereichen können die Poren stärker sichtbar sein und die Haut kann aufgrund einer erhöhten Talgproduktion stärker glänzen.

Die Wangen sind dagegen häufig feinporiger und können nach Wasserkontakt sogar ein Spannungsgefühl zeigen.

Unsere Unterlagen empfehlen, Mischhaut in geringeren Mengen Fett und in größeren Mengen Feuchtigkeit zuzuführen.


Geeignete Vorbehandlung

Reinigung: Fettfreies Reinigungsgel oder Reinigungsmilch

Gesichtswasser: Gesichtswasser mit wenig oder ohne Alkohol

Make-up-Unterlage: Feuchtigkeitsfluid

PRAXISTIPP:
Betrachte ein Gesicht nicht automatisch als eine einzige gleichmäßige Fläche. Unterschiedliche Bereiche können unterschiedliche Eigenschaften zeigen. Gerade die T-Zone aus Stirn, Nase und Kinn kann sich deutlich von den Wangen unterscheiden.

Normale Haut – ein ausgeglichenes Hautbild

In den Ausbildungsunterlagen wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung „normale Haut“ fachlich eigentlich einen Hautzustand und nicht einen Hauttyp beschreibt.

Gemeint ist damit ein Hautbild mit einem ausgewogenen Fett- und Feuchtigkeitsgehalt.

Es treten weder ausgeprägte Spannungsgefühle noch eine übermäßige Talgproduktion auf.

Die Pflege gestaltet sich entsprechend unkompliziert und soll der Haut Fett und Feuchtigkeit zuführen.


Geeignete Vorbehandlung

Reinigung: Reinigungsmilch

Gesichtswasser: Alkoholfreies Gesichtswasser

Make-up-Unterlage: Feuchtigkeitsfluid oder Feuchtigkeitscreme


Die richtige Reihenfolge der Hautvorbereitung

Nicht nur die Auswahl der Produkte ist wichtig.

Auch die Reihenfolge der einzelnen Schritte spielt eine Rolle.


Unsere Ausbildungsunterlagen sehen grundsätzlich folgenden Ablauf vor:

1. Reinigung

2. Peeling – wenn erforderlich

3. Gesichtswasser

4. Pflege bzw. Make-up-Unterlage

5. Angepasste Augenpflege


Erst danach folgt das eigentliche Make-up.

Schauen wir uns die einzelnen Schritte genauer an.

Schritt 1: Die Reinigung

Die Haut wird zunächst mit einem zum Hautbild passenden Reinigungsprodukt gereinigt.

Je nach Hautbild kommen laut Skript beispielsweise Reinigungsmilch, Reinigungscreme oder Reinigungsgel zum Einsatz.

Die Auswahl richtet sich nach den Bedürfnissen der Haut.


Trockene Haut: Rückfettende Reinigungscreme oder Reinigungsmilch

Fette Haut: Fettfreies Reinigungsgel

Mischhaut: Fettfreies Reinigungsgel oder Reinigungsmilch

Normale Haut: Reinigungsmilch

Die Reinigung schafft die Ausgangsbasis für die folgenden Vorbereitungsschritte.


Schritt 2: Peeling – wenn die Haut schuppig wirkt

Zeigt die Haut sichtbare Schüppchen, sieht das Skript nach der Reinigung ein Peeling vor.

Dadurch sollen Hornschüppchen entfernt und die Hautoberfläche geglättet werden.

Der Hintergrund ist unmittelbar für das Make-up relevant:

Auf einer glatteren Hautoberfläche kann das Make-up sauberer wirken.

Bei sehr trockener und empfindlicher Haut weisen die Unterlagen ausdrücklich darauf hin, keine Peelings mit Schleifpartikeln einzusetzen. Hier wird stattdessen ein sanftes enzymatisches Peeling empfohlen.

MERKE:
Peeling ist in diesem Ablauf kein automatischer Pflichtschritt bei jeder Kundin. Im Skript wird es dann vorgesehen, wenn die Haut schuppig aussieht.

Schritt 3: Gesichtswasser

Nachdem Reinigungsprodukt beziehungsweise Peeling entfernt wurden, folgt das Gesichtswasser.

Dieses wird laut Ausbildungsunterlagen am besten mithilfe von Wattepads im Gesicht verteilt.


Auch hier richtet sich die Auswahl nach dem Hautbild:

Trockene Haut: Alkoholfreies Gesichtswasser

Fette Haut: Alkoholisches Gesichtswasser

Mischhaut: Gesichtswasser mit wenig oder ohne Alkohol

Normale Haut: Alkoholfreies Gesichtswasser


Damit zeigt sich ein Grundprinzip, das sich durch die gesamte Vorbehandlung zieht:

Nicht das Produkt bestimmt die Pflege – das Hautbild bestimmt das Produkt.


Schritt 4: Die richtige Make-up-Unterlage

Nach Reinigung und Gesichtswasser benötigt die Haut eine geeignete Pflegegrundlage.

In unseren Ausbildungsunterlagen steht dabei besonders die Versorgung mit Feuchtigkeit im Vordergrund.


Je nach Hautbild werden unterschiedliche Texturen eingesetzt:

Trockene Haut: Feuchtigkeitscreme

Fette Haut: Feuchtigkeitsfluid

Mischhaut: Feuchtigkeitsfluid

Normale Haut: Feuchtigkeitsfluid oder Feuchtigkeitscreme


Hier zeigt sich besonders gut, warum eine vorherige Hautanalyse wichtig ist.

Eine reichhaltigere Creme kann für eine trockene Haut passend sein, während eine zu fette Grundlage bei einem anderen Hautbild das spätere Make-up negativ beeinflussen kann.

Die Augenpartie braucht besondere Aufmerksamkeit

Die Haut rund um die Augen benötigt ebenfalls Pflege – allerdings ist unmittelbar vor einem Augen-Make-up die Auswahl des Produktes besonders wichtig.

Unsere Ausbildungsunterlagen warnen ausdrücklich vor einer fetten Augencreme vor dem Schminken.

Der Grund: Das Augen-Make-up kann dadurch schlechter haften beziehungsweise verlaufen.


Stattdessen werden für die Augenpartie empfohlen:


  • ein fettfreies Augengel oder

  • ein leichtes Augenfluid.


Damit soll die Haut gepflegt werden, ohne die Haltbarkeit des anschließenden Augen-Make-ups unnötig zu beeinträchtigen.

PRAXISTIPP:
Mehr Pflege bedeutet unmittelbar vor einem Make-up nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Entscheidend sind die richtige Textur und die richtige Menge.

Wenn die Haut müde und abgespannt wirkt

Nicht jede Haut sieht jeden Tag gleich aus.

Schlafmangel, Flugstress oder andere Belastungen können laut unseren Ausbildungsunterlagen dazu führen, dass die Haut abgespannt wirkt.

Als zusätzliche Möglichkeit werden hier Effektampullen genannt.

Durch ihre hochkonzentrierten Wirkstoffe sollen sie unmittelbar straffend wirken und der Haut wieder ein frischeres und strahlenderes Erscheinungsbild verleihen.

Sie stellen damit eine mögliche Ergänzung der Vorbereitung dar, wenn das Hautbild entsprechend wirkt.


Typische Fehler vor dem Make-up

Eine professionelle Vorbereitung bedeutet auch zu wissen, was vermieden werden sollte.

Mehrere typische Fehlerquellen.


Fehler 1: Abschminken unmittelbar vor dem Make-up

Wird eine Kundin erst unmittelbar vor dem Schminken intensiv abgeschminkt und gereinigt, können Make-up-Entferner und Reinigung einen öligen Film hinterlassen.

Dadurch lassen sich die nachfolgenden Schminkprodukte möglicherweise nicht gleichmäßig verteilen.


Fehler 2: Eine zu fette Creme verwenden

Eine zu reichhaltige Grundlage kann das Gesicht ölig erscheinen lassen.

In weiterer Folge wird möglicherweise unnötig viel Puder benötigt, um den Teint wieder zu mattieren.


Fehler 3: Ganz auf Pflege verzichten

Das andere Extrem ist ebenfalls ungünstig.

Wird vor dem Make-up überhaupt keine Pflege verwendet, kann laut Skript ein Spannungsgefühl entstehen und die Haut trocken und fahl wirken.

Die Lösung liegt daher nicht in „möglichst viel“ oder „möglichst wenig“, sondern in einer hautgerechten Vorbereitung.


Fehler 4: Fette Augencreme vor dem Augen-Make-up

Eine zu fettige Augenpflege kann dazu führen, dass das Augen-Make-up verläuft und sich Wimperntusche absetzt.

Für diesen Bereich sollte daher eine entsprechend leichte und fettfreie Pflege gewählt werden.


Die Hautvorbereitung auf einen Blick

Für die praktische Arbeit kannst du dir folgende Orientierung merken:

Trockene Haut

Reinigung: rückfettende Reinigungscreme oder ReinigungsmilchGesichtswasser: alkoholfreiUnterlage: Feuchtigkeitscreme

Fette Haut

Reinigung: fettfreies ReinigungsgelGesichtswasser: alkoholischUnterlage: Feuchtigkeitsfluid

Mischhaut

Reinigung: fettfreies Reinigungsgel oder ReinigungsmilchGesichtswasser: wenig oder kein AlkoholUnterlage: Feuchtigkeitsfluid

Normales Hautbild

Reinigung: ReinigungsmilchGesichtswasser: alkoholfreiUnterlage: Feuchtigkeitsfluid oder Feuchtigkeitscreme


Was solltest du dir für die Praxis merken?

1. Beurteile zuerst das Hautbild

Beginne nicht automatisch mit denselben Produkten bei jeder Kundin.

2. Stimme die Reinigung auf die Haut ab

Trockene, fette und gemischte Haut haben unterschiedliche Bedürfnisse.

3. Achte auf sichtbare Hautschüppchen

Wenn ein Peeling erforderlich ist, muss auch dieses zur Haut passen.

4. Feuchtigkeit spielt eine zentrale Rolle

Auch eine Haut mit erhöhter Talgproduktion benötigt laut unseren Unterlagen Feuchtigkeit.

5. Verwende die passende Make-up-Unterlage

Eine zu fettige Grundlage kann das spätere Ergebnis ebenso beeinträchtigen wie eine vollständig fehlende Pflege.

6. Behandle die Augenpartie gesondert

Unmittelbar vor dem Augen-Make-up sollte keine fette Augencreme verwendet werden.

7. Vorbereitung ist Teil des Make-ups

Die professionelle Arbeit beginnt nicht mit Foundation, Concealer oder Lidschatten. Sie beginnt bereits mit der Beurteilung und Vorbereitung der Haut.


Fazit: Die perfekte Basis entsteht vor der Foundation

Ein schönes Make-up beginnt lange vor dem ersten Farbauftrag.

Wer das Hautbild richtig beurteilt und Reinigung, Gesichtswasser und Pflege darauf abstimmt, schafft die Grundlage dafür, dass die anschließend verwendeten Make-up-Produkte sauber und gleichmäßig aufgetragen werden können.


Gerade in der professionellen Visagistik ist deshalb die Hautvorbereitung kein nebensächlicher Arbeitsschritt.

Sie gehört zum eigentlichen Handwerk.

Denn erst wenn du verstehst, auf welcher Haut du arbeitest und was diese Haut benötigt, kannst du auch entscheiden, wie du sie optimal auf das Make-up vorbereitest.

MERKSATZ:
Nicht die Foundation schafft die perfekte Basis – die perfekte Basis entsteht bereits bei der Vorbereitung der Haut.






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